Wer sich nicht an einen Sterbehilfeverein oder an die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e. V. wenden möchte, kann sich selbst auf die Suche nach einem Arzt oder einer Ärztin machen.
Es empfiehlt sich, zunächst einmal die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte auf die Möglichkeit einer Suizidassistenz anzusprechen. Das kann der Hausarzt sein, aber auch eine behandelnde Fachärztin. Dies bietet sich vor allem dann an, wenn eine Krankheit der Hauptgrund für den Sterbewunsch ist.
Gespräche über Suizidassistenz mit Ärzt:innen
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. hat eine Handlungsempfehlung (Leitlinie) für Hausärzt:innen herausgegeben. Der Titel „Der Umgang mit dem Wunsch nach Suizidassistenz in hausärztlichen Praxen“ macht deutlich, worum es geht. Die Leitlinie soll den Ärzt:innen Hinweise und Empfehlungen zur Begleitung sterbewilliger Personen geben. Den Ärzten werden hier die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des ärztlich assistierten Suizids vermittelt. Weiter enthält die Leitlinie Empfehlungen für das Gespräch mit Patient:innen, die das Gespräch über Suizidhilfe suchen.
Es lohnt sich, einen Blick hineinzuwerfen, um sich auf das Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt vorzubereiten.
Tipps für das Arztgespräch
Kündigen Sie an, dass Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ein Gespräch führen möchten und machen Sie dafür einen Termin aus.
- Machen Sie im Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin deutlich, dass Sie keinen spontanen oder unüberlegten Suizid beabsichtigen, sondern eine gut überlegte und professionelle Freitodbegleitung wünschen.
- Machen Sie klar, dass Sie sich länger mit dem Thema auseinandergesetzt haben, womöglich bereits mit anderen Menschen darüber gesprochen und sich mit Alternativen auseinandergesetzt haben.
- Bitten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, Ihnen weitere Alternativen zu nennen, falls Sie welche übersehen haben.
- Erklären Sie dann, was Sie davon halten. Nehmen Sie sich Zeit, über diese alternativen Vorschläge nachzudenken, wenn neue Gesichtspunkte zur Sprache kommen, über die Sie noch nicht nachgedacht haben.
- Weisen Sie auf Ihr Recht auf Selbstbestimmung hin und darauf, dass niemand Sie drängt. Am besten ist es, wenn Sie einen klaren und entschlossenen Eindruck hinterlassen, sodass nicht der Verdacht aufkommt, Sie seien in einer verzweifelten Situation und ein wenig Trost würde Sie wieder aufmuntern.
- Sie müssen sich nicht auf Therapievorschläge oder andere Angebote einlassen.
- Fragen Sie den Arzt direkt, ob Sie mit seiner Unterstützung beim Freitod rechnen können.
- Bevor Sie das Gespräch beenden, machen Sie noch einmal deutlich, dass Sie nicht suizidal sind und keinen unüberlegten oder spontanen Suizid vornehmen werden, dass Sie sich aber anderweitig umsehen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nicht bereit ist, Ihnen zu helfen.
- Fragen Sie nach Hinweisen, wohin Sie sich wenden können, um einen ärztlich assistierten Suizid zu bekommen.
Andere Gründe für einen Freitod als eine Krankheit
Bei nicht-medizinischen Gründen für den Sterbewunsch wird man eher bei Vereinen Hilfe finden. Es gibt auch die Möglichkeit eines sanften Freitodes ohne professionelle Begleitung. Dies ist jedoch nur eine Notlösung, die nicht für alle geeignet ist und eine sehr gute Vorbereitung erfordert.

