Daniel Kahneman, der renommierte israelisch-amerikanische Psychologe und Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, verstarb am 27. März 2024 im Alter von 90 Jahren durch assistierten Suizid in der Schweiz. Dies wurde nun durch einen Bericht der Jerusalem Post am 15. März 2025 bekannt. Er traf diese Entscheidung bewusst und teilte sie kurz vor seinem Tod in einer E-Mail an enge Freunde und Familienmitglieder mit.
Aus seiner E-Mail an enge Freunde und Familienmitglieder
In dieser Nachricht an nahestehende Menschen schrieb Kahneman:
„Ich habe seit meiner Jugend geglaubt, dass die Leiden und Würdelosigkeiten der letzten Lebensjahre überflüssig sind, und ich handle nach diesem Glauben. Ich bin immer noch aktiv, genieße viele Dinge im Leben (außer den täglichen Nachrichten) und werde als glücklicher Mensch sterben. Aber meine Nieren versagen, die Häufigkeit geistiger Aussetzer nimmt zu, und ich bin neunzig Jahre alt. Es ist Zeit zu gehen.“ Quelle: Wikipedia
Kahneman war Experte für gute Entscheidungsfindung
Kahnemans Entscheidung, sein Leben durch assistierten Suizid zu beenden, steht im Einklang mit seinen langjährigen Überzeugungen über die Kontrolle des Individuums über das eigene Lebensende. Seine Freunde und Kollegen äußerten Verständnis für seine Wahl. Philip Tetlock, Psychologe an der University of Pennsylvania, bemerkte im Wall Street Journal:
„Ich habe noch nie einen besser geplanten Tod gesehen als den, den Danny entworfen hat.“
Kahneman wurde für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Verhaltensökonomie und Entscheidungsfindung gefeiert. Sein Tod durch assistierten Suizid wirft ein Licht auf die fortlaufende Debatte über das Recht auf einen selbstbestimmten Tod und den assistierten Suizid.
Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar 2020 das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung für verfassungswidrig erklärt. Kahnemans Entscheidung und seine offene Kommunikation darüber könnten dazu beitragen, das Bewusstsein und das Verständnis für die Fragen rund um den assistierten Suizid zu schärfen. Sein Leben und sein Werk hinterlassen ein bleibendes Erbe in der Psychologie und Wirtschaftswissenschaft.

